SABADEE Luang Namtha in Laos!

Meine hastige Reise aus Vietnam war ziemlich anstrengend gewesen. Langes im Bus sitzen, bei kurvigen Straßen, nicht auf die Toilette gehen können und unregelmäßiges komisches Essen. Von Dien Bien Phu aus, die Grenzstadt in Vietnam und übrigens auch dem Ort, in dem die entscheidend Schlacht war, die zum Ende der Französischen Besetzung führte, nahm ich den Bus nach Luang Namtha. Eigentlich wollte ich dort bereits mit Sybille hingehen, in Anbetracht der Zeit jedoch wäre das zu knapp geworden, den Sybille möchte viel Zeit in Myanmar verbringen und so bleiben und ca. eine Woche Laos, 5 Tage Thailand und den Rest dann eben in Myanmar. 

Die Einreise in das neue Land war dieses mal etwas speziell. Zuerst musste ich 2$ zahlen für ich weiß nicht was. Dann 30$ für das Visa. Dann 4$ für insgesamt 5 Stempel und dann noch mal 50ct fürs Fiebermessen mit so einem Scanngerät. Beim letzten war meine Geduld an Ende und ich beschwerte mich, dass ich keinen Cent mehr zahlen würde. Zum Glück war das auch das letzte, denn im Endeffekt sitzen sie ohnehin am längeren Hebel. Wie dem auch sei, ich war drinnen!

Luang Namtha ist der Tracking und Outdoor Ort von Laos umgeben vom Namtha Nationalpark, der nach dem gleichnamigen Fluss benannt ist. Von Libola, die ich in Phong Nah kennengelernt hatte, war mir der Ort und das Jungle Trekking empfohlen worden. Abends Skypte ich mit daheim über meine Bewerbungen für die Uni und meine Mitbringsel über Sybille und buchte mir eine zweitägigen Trip mit einem Tag Kajak fahren und einem Tag wandern. Während des Abendessens Skype ich noch mal mit Sybille um alles noch offen stehende zu klären und ging ins Bett.

Als ich am nächsten Morgen in der Travelagency saß meinten sie, die anderen beiden Teilnehmer hätten ihren Tipp gecanceled. Ok, sagte ich, ich hab ihn aber gebucht. Dann diskutieren wir ein wenig herum, sie boten mir an, einen Tag später zu gehen, dafür hatte ich aber keine Zeit. Der nächste Versuch war, dass Geld Rückzuerstatten, aber ich wollte mein Geld nicht, sondern meine Tour. Dann meinten sie ok, aber ich müsste mehr zahlen. Dazu war ich nicht bereit, zumindest nicht zu 15€ mehr, schließlich kann ich ja nichts dafür, dass sie den anderen Teilnehmern etwas falsch erklärt hatten und deshalb die Anzahlung erstatten müssen. Im Endeffekt zahlte ich 3€ mehr aus Solidarität und der Guide, Huk und ich, fuhren auf den Morgenmarkt um unser Essen einzukaufen. 
Der Markt war so ruhig und friedlich, wie noch kein anderer zuvor. Egal wo ich war, es war immer laut und wuselig gewesen. Hier saßen sie ganz friedlich vor ihrer Ware und keiner schrie herum. Entspanntes einkaufen ohne «Laiiiiidiiiiii, buy something».

Dann wurden wir zum Fluss gefahren und stiegen in unser rotes Aufblaskayak ein. Glücklicherweise hatten wir einen Plastiksack gekauft für unserer Rucksäcke, denn schnell war das halbe Boot voller Wasser.

 Huk war sehr nett und hatte ein Englisch, das zu einer Konversation ausreichte. Er war sehr interessiert an Deutschland und ich fragte ihn über Laos aus. 

Die Schule kostet pro Halbjahr 200$ hier weswegen sich viele Eltern keine Schulbildung leisten können, zumindest nicht über die sechsjährige Grundschule hinaus. Er selbst singt gerne und schreibt seine eigenen Lieder, die  politische und gesellschaftliche Themen behandeln. Ein Lied, das er mit vorsang, handelte zum Beispiel davon, dass man die großen Bäume im Namtha Park nicht fellen soll, sondern beschützen und dieses Lied ist, wenn ich es richtig verstanden habe, auch das Titellied der Umweltbemühungen hier. Für seinen nächsten Urlaub hat er geplant ein Lied gegen die Umweltverschmutzung durch Plastiktüten zu schreiben… Er sagt, das seine Familie ihm rät mit der Musik bekannt zu werden aber er möchte lieber ein Tourguide sein und internationale Leute kennenlernen. Es war einfach eine richtig authentische Erfahrung, so zu zweit durch denn Fluss zu paddeln, über die Kultur des Landes zu lernen und von Huk emotionale Lieder vorgesungen zu bekommen. Ich muss sagen es hörte sich wirklich gut an, eine sehr beruhigende und schöne Musik. 

Einmal stoppten wir bei einem Dorf und schauten dort zu, wie die Bewohner ein Haus bauten. Ziemlich fix nagelten sie Baumstämme zusammen und stellten die Seitenwände auf. Bambusmatten werden später die Fassade bilden.

Meterstab ist Fehlanzeige!
Eine der Seitenwände. So ein kleines Haus wir übrigens in nur wenigen Tagen aufgebaut!

Das Dorf war sehr sauber, in jeder Ecke lag ein dickes Schwein eines hatte sogar frische Ferkelchen, die so süß waren und Hühner rannten mit ihren Kücken umher. 

Sauwohl!

So süß!

Zu Mittag aßen wir auf einem Bananenblatt direkt am Fluss, es gab Gurke, Sticky Rice, Bambussalat, und Gemüse darunter eine misteriöse Urwaldwurzel. 

Schon um 14 Uhr kamen wir am Ziel an. Eine Familie lebt am Jungelcamp bestehend aus Vater, Mutter und zwei erwachsenen Kindern. Ich war ziemlich müde und schlummerte erstmal ein wenig auf dem Boden ein, wie die anderen auch. Den Rest des Tages gab es nicht wirklich was zu tun, was ich normal schade gefunden hätte aber ich fand es hier interessant die Famile zu beobachten, was sie so machen den ganzen Tag. Die meißte Zeit sitzen sie herum und unterhalten sich. Der Sohn spielte Gitarre, Freunde kamen kurz vorbei, man unterhielt sich und irgendwann wurde dann gekocht. Irgendwie mag ich die Laoten, sie sind so ruhig und dennoch freundlich. Ihre Art und ihre Stimmen haben etwas beruhigendes und wirken weniger aggressiv als bei den Vietnamesen. Nein, ich fand es schön einen entspannten Nachmittag “a la Laos“  zu verbiegen und in Gedanken zu sein, während sie sich unterhielten. 

Die Familie

Da es sehr stark zu regnen begann Campten wir nicht im Jungel sondern spannten unsere Moskitonetze über zwei Matratzen auf der Terrasse.

Sicher vor den Schnaken!

Nach einem laotischen Frühstück, dass sich hier nicht von anderen Mahlzeiten abgrenzt (Reis und Bambus gehen immer), begannen wir zu laufen. Nach zwei Kilometern stoppen wir noch einmal in einem Dorf und besichtigten es. Die Hütten, in denen sie den Reis trocken und lagen sehen so viel besser aus, als jede in denen sie wohnen.

Wir schauen eine Weile zu, wie ein Bambustisch geflochten wurde und wurden dann in einem halb versinkenden Stocherkahn auf die andere Seite des Flusses gebracht.

Wir begannen durch den Wald zu laufen und gefühlt die gesamte Vegetation aufzuessen. Alle 5 Meter hielt er an, pflückte eine Frucht, grob nach einer wurzel oder Zerlegte eine Pflanze um mir zu erklären, wofür das gut ist. Ich muss sagen einige der Früchte waren echt lecker! 

Das ist der Kern des Stammes von einer sehr vielfältigen Pflanze, ihre Blätter werden verwendet um Dächer zu decken.

Zur mittags Zeit aßen wir die üblichen Verdächtigen, Reis, Bambus, Gurke, Omlett unter einem Bambus unterstand.  Bambus bildet hier die Lebensgrundlage und wird gefühlt für alles verwendet. Nervig waren die allgegenwertige Moskitos und die schwüle Hitze.

Schon ein wenig Makaber, Bambus im Bambuswald zu essen… 
Hier wird Kautschuk gewonnen und nach China exportiert für 50 ct das Kilo.

Zurück im  Dorf trank ich einen sehr leckeren  Mango- Zimmt Smoothie und plante und recherchierte, wie es  weiter gehen sollte. Am nächsten Tag schlief ich aus, ging vorzüglich Frühstücken ( selbstgemachtes Müsli mit Joghurt und Früchten) und wollte dann mit dem Roller nach Muing Sing. Da ein automatik Roller doppelt so teuer war, wie ein normaler, lernte ich schnell wie man die Gänge schaltet und fuhr los. Leider begann es zu Regnen, so kehrte ich um, Skypete mit Leo während ich ein Curry verspeiste und fuhr danach um Luang Namtha herum für einige Stunden.

Ich sah einen kleinen Wasserfall und jede Menge wunderschöne Reisfelder. Die Feldarbeiter waren ganz schön verdutzt warum mein Tourist durch ihre Felder kurvten aber die Kinder freuten sich und riefen Sabadeee (gesprochen Sabadiii) was Hallo heißt. 

Wunderschöne Aussichten
War das schön ihnen bei der Arbeit zuzuschauen.

Um 18:30 fuhr ich zur Bushaltestelle. Der Bus kam nicht, wie versprochen um 19:30, auch nicht um 20:00, nicht um 21:00, nicht in 10 min, nicht in einer halben Stunde mehr,… Um 10 war er dann da. Mein.VIP Bett war Steinhart, sie spielten die ganze Nacht laut Musik und mussten den Bus reparieren, weil er zwischendurch kaputt ging. Insgesamt eine nicht gerade rosige Erfahrung und so kam ich mit 6h Verspätung bei Schalke in Luang Prabang an. Es war so schön ein bekanntes Gesicht zu sehen! 

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