Im Norden von Thailand

Und ab in das nächste Land! Mein Backpack müsste eigentlich voller Flaggen ziemlich bunt sein, aber ich muss zugeben, dass ich seit Vietnam nicht mehr dazu gekommen bin, sie aufzunähen… Nun also Thailand! Wie fuhren von der Grenze direkt nach Chang Mai und erreichen Thailands Kultur- und Elefantenhochburg am späten Abend. Nach einem schnellen Abendessen auf dem Markt, verquatschten Sybi und ich uns bis 3 Uhr morgens bei Tee und Keksen. Am nächsten Tag waren wir deshalb sehr müde und ich war außerdem gestresst, da ich meine Wohnheimbewerbungen noch nicht gemacht hatte und die Uni Bewerbung noch nicht eindeutig bestätigt war. Sybi ging also zu einer Massage und ich ordnete meine Zukunft für einige Stunden. Abends besichtigten wir die Altstadt und aßen Pad Thai, was wirklich sehr lecker war. Barnie und Nico aus England, die wir in Laos kennengelernt hatten, kamen mit, wobei Barnie am nächsten Morgen nach Hause abreiste. Nico blieb die ganze Zeit in Thailand noch bei uns.

Nachmittags begaben Sybi und ich die Altstadt zu beseitigen. Die Tempel in Thailand gefallen mir unheimlich gut, viel Gold und Verzierunfen dazu ewige Ruhe verbreitende Buddhas…

Ich fand heraus, dass ich in deren Geburtenkalender eine Ratte bin, Sybille ist ein Schwein. 

Auf diesen Papieren sind die Tiere des Kalenders.

Hinter dem einen Tempel war ein Schild: “speak with the Monks“. Diese hatten nämlich Englisch Unterricht und lernen unter anderem indem sie mit Touristen reden. Eine Win Win Situation, denn sie beantworteten alle unsere Fragen.

Mönch kann man schon ab einer Woche lang werden, man muss die Haare abrasieren und nach ihren Geboten leben, die recht ähnlich sind, wie die christlichen 10 Gebote. In Thailand werden sehr viele Kinder, gerade von armen Familien Mönche, um Zugang zu Bildung zu bekommen, so wie auch die, mit denen wir sprachen. Morgens laufen sie mit einer Schlüssel durch die Stadt und die Bevölkerung gibt ihnen Reise und anderes Essen, was sie dann später zu sich nehmen. Sie beten oder besser gesagt meditieren viel, Buddha ist ja kein Gott… Der größte Teil ist jedoch Lernen in der Schule. 

Was hart für die jungen Männer ist, ist dass sie Frauen, sogar ihre Mutter nicht berühren dürfen. Sybille wollte dem Mönch einen Stift reichen, er wartete, bis sie ihn auf den Tisch gelegt hatte und nahm ihn dann, so streng ist das. Besonders für sehr junge Mönche, die ja manchmal erst 5 Jahre alt sind, ist das bestimmt furchtbar, ihre Mutter nicht in den arm zu nehmen. 

Unser Mönch will 6 Jahre lang Mönch sein und dann etwas aus seinen Sprachen machen, sein Englisch war unglaublich für 17 Jahre, besser als viele bei uns. 

Die Tempel waren alle ein wenig unterschiedlich aber immer voller dünner Buddhas und viel Gold.

Hier gab es für jeden Wochentag einen anderen Buddha, mit verschiedenen Handbewegungen. Dienstags schläft Buddha wohl…

Am einen Abend schauten wir sogar bei der Meditation der Mönche zu. Erst war es ganz still und dann murmelten sie, in jedem Fall aber beruhigend und magisch zugleich.

Unser Hostel in Chang Mai war nett, die Besitzerin war so süß und schwanger. Das Frühstück konnte man sich selbst richten aber es gab ordentliches Müsli. 

Unser Plan war gewesen von hier über Land nach Myanmar zu fahren. Wir hatten das Visa bereits beantragt und den entsprechenden Port of Entry eingetragen, Später fanden wir heraus, dass man dort zwar einreisen kann, dann aber nicht viel weiter kommt, da rund um eine Zone ist, in die Touristen nicht gehen dürfen. Na toll. Ich muss sagen, ich war eigentlich ziemlich unglücklich mit der Situation generell, denn wir hatten sowieso nur knappe 2 Wochen dort, mussten 50$ für das Visa zahlen, 60€ für den Flug aus Myanmar raus und jetzt nochmal 150€ um rein zu kommen per Flug. Alleine hätte ich das nicht gemacht, denn allein vom Geld her war es zu viel und ich hatte dort vergleichsweise zu wenig Zeit. Aber Sybille war ja wegen Myanmar gekommen, deshalb konnte ich jetzt schlecht sagen, ich will nicht hin… Am reisen liebe ich, dass ich an einem Ort so lange bleiben kann, bis mir der Ort sagt, jetzt ist gut, du kannst weiter. In einem Zeitfenster von einem Monat und mit dem Ansporn 3 Länder in dieser Zeit zu sehen, ist das natürlich nicht vereinbar. 

Vorher gingen wir aber noch nach Pai, das Byron Bay von Thailand. Viele Hippies, ein bunter und leckerer Night Market und eine ordentliche Party Szehne. Die Straßen des einst verschlafenen Dorfes sind süß mit Cafes und alternativen Shops und im näheren Umfeld kann man Wasserfälle, Höhlen und Canyons besichtigen oder in Hot Springs baden.

Unser Hostel war lebhaft mit infinity Pool und schönen Ausblick. Wir verbrachten zwei schöne Partynächte und kamen früh morgens erst zu Bett.

Tagsüber fuhren wir einmal fast 60km zu einer Cave, die Bergstraße war wunderschön und der schmerzende Rücken erhole sich in den Hot Springs. 

Am letzten Tag in Pai fuhren wir zum Canyon und ich ließ mir ein Henna Tatoo machen bevor ich Shoppen ging.

Abends fuhren wir zurück nach Chang Mai um am nächsten Tag zu den Elefanten zu fahren.

In Chiang Mai ist es ein recht großes Ding. Wahrscheinlich gibt es mehr Elefant Sancturies als Tempel hier. Viele promoten “no riding“ Touren, denn das klassische Reiten auf einem Taxielefanten ist längst verschrien, denn die Sättel tun den Tieren weh. Vor die Qual der Wahl gestellt, googelten wir einige und fanden schließlich Toto’s Elefanttaining bei dem man ohne Sattel draufsitzen durfte und kostenlose Fotos bekam. Eine Tour kostete ca. 65€ pro Person und pünklich um 8:00 Uhr wurden wir von Jimmy und unserem Fahrer in einem komfortablen Tuc Tuc abgeholt. Anderthalb Stunden fuhren wir durch die Gegend bis wir in der ländlich gelegenen Elefantenfarm waren. Sybi und ich waren die Einzigen, was natürlich mal wieder ein richtiger Glücksgtiff war! 

Zuerst bekamen wir coole Kleider, damit wir unsere nicht zerstörten.  Dann kam plötzlich Mr. Egg, so hieß der Elefant, mit seinem Trainer angeritten. Jimmy erklärte uns, dass wir nun erstmal Freundschaft mit den Elefanten schießen müssen und das geht am besten mit Futter. Also verfütterten wir erstmal 2 Eimer Bananen und lernten unseren Elefanten so kennen. Er durfte frei herum laufen und war unglaublich gut trainiert. Wenn er zu weit weg lief, gaben seine Trainer ihm Signale und er kehrte um. Es war total krass, dieses riesengroße Tier vor sich zu haben, dass man sonst nur aus dem Zoo kennt und ihm Bananen füttert. 
Dann lernten wir die Befehle, mit denen man den Elefanten trainiert. Ganz schön viel “pai pai“ und “toi toi“ …

Mit den vielen neuen Begriffen im Kopf, durften wir dann auf den Nacken des Elefanten klettern und im Hof herrumreiten. Es war ganz schön schwer auf den Süßen drauf zu kommen, denn ich hatte natürlich Angst, ihm weh zu tun. Oben drauf war es sehr bequem und man lenkte wie beim Pferd mit den Beinen.

Dann kletterten wir gemeinsam drauf und ritten durch den Wald. Wenn sie keine Touristen haben, müssen sie sogar mit den Elefanten extra spazieren gehen. Sie sagten am Anfang, die Tour dauert zwischen 45 Minuten und zwei Stunden, je nach dem, wie der Elefant drauf ist und das stimmte, denn er dufte überall stoppen, fressen, durch die Gegend schauen und nach Bambus suchen. Deshalb hatten wir ehrlich das Gefühl, es war ok, auf offenen zu reiten. Auch die Tatsache, das Mr Egg nach dem Mittagessen wieder auf uns zu kann und uns anrüsselte, zeigte, finde ich, dass er die Menschen mag.

Das Ausreiten hat mir viel Spaß gemacht und an sich hatte Mr Egg eine unheimlich beruhigende Ausstrahlung auf mich. Es war so ein urtühmliches Gefühl auf einem Elefanten zu sitzen, sehr klar und beruhigend aber gleichzeitg aufregend. Besonders, wenn man vorne saß und dann natürlich auch die Kopfbewegungen mit spüren konnte. 

Wir ritten auch durch einen Fluss und dann wieder zurück zum Camp. Genial war einfach auch, dass wir die einzigen Touristen war, denn so hatten wir eine viel authentischste Erfahrung als in einer Elefantenkaravane zu reiten. Es waren einfach nur Mr. Egg und wir.

Auch beim Baden war alles so wie er es wollte. Erst spitzten wir ihn nass, dann legte er sich hin und wir schrubbten seine raue Haut. Irgendwann hatte er genug geplanscht und stand auf und ging.

Großes Highlight war aber auch das Elefanten Baby mit seiner Mama. Der kleine war erst 7 Monate alt und wog schon 500kg. Er hatte ganz schön Flausen im Kopf und war gierig! Wenn man nicht schnell genug die Bananen auspackt, hatte man seinen Rüsselschon längst in den Händen. Aber er war einfach so süß… Ständig rannte er herum und suchte einen anderen Rabauken. Als ich gerade ein Foto mit ihm schießen wollte, rammte er mich mit der Stirn, denn er wollte spielen und ich flog einfach um, wie ein Kartenhaus. Das war überraschend für mich und den Elefanten! Dieser war ein Baby und wollte nur spielen, in dem Moment konnte ich verstehen, warum viele Thailänder sagen, Elefanten sind gefährlich. Ich möchte mir nicht vorstellen, was passiert, wenn ein Elefant sauer wird und dir weh tun will!

Dazu hatte Jimmi unser Guide auch einiges zu erzählt. Elefanten haben ein sehr gutes Gedächtnis. Ein Enfant hatte seinen früheren Besitzer, der ihn immer zum Spaß geschlagen hatte, gesehen, wie dieser einen anderen Elefanten schlug. Er wurde wild und trat ihn einfach tot. 

Aber es gibt auch schöne Geschichten von Jimmi! In einem Nationalpark im Westen von Thailand leben viele wilde Elefanten in Herden. Sie sind von lauten Motorradfahrern gestört, die mit extra viel Lärm und in  Gruppen durch ihren Wald heizen. Als eine Herde auf einen einzelnen Fahrer traf, begannen sie auf ihn zu zu rennen, der Fahrer viel auf die Knie und begann zu beten, da stellte sich der älteste Elefant vor den Mann und rettete ihn, denn er verstand, das ausser anders war.

Oder die Geschichte von einem siebenjährigen Mädchen, das am Strand auf einen jungen Elefanten gesetzt wurde, während sie auf ihm ritt, bemerkte das sensible Tier, dass ein Tsunami kam und rannte davon. Während die Welle kam stellte er sich hinter einen Baum um nicht umzufallen und rettete somit sich und das Kind. Schön ist auch, dass das Mädchen sich bei diesem Elefanten bedanken wollte und über Facebook herausfand, wo er sich befand, er soll sie sogar wiedererkannt haben…

Der kleine war unglaublich putzig, wir wollten nie mehr gehen… 

Der Tag bei den Elefanten war richtig toll und wir glaubten beide, dass es ihnen dort gut geht! Während wir noch zu einem Wasserfall fuhren, begann es wie aus Eimern zu Regnen weshalb wir nicht lange dort blieben sondern früher ins Hostel gingen.

Abends chillten wir im Hostel, ich ging mit Nico ein Curry essen, denn Sybille war noch satt und früh ins Bett, denn am nächsten Tag ging unser Flug nach Myanmar.

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