Tempel in Bagan

Am Morgen erreichten wir Bagan und fuhren mit dem Taxi in unser Hostello Bello. Check in war leider erst um 2 Uhr und nachdem wir essen gegangen waren, geduscht hatten und eingecheckt waren, begann es zu regnen. Also verbrachten wir einen entspannten Tag, spielten Spiele und Abends fuhren wir auf dem Fluss das Ufer im Zuge einer Bootstour, entlang. Danach trank Sybi ein Bier…

Am nächsten Morgen standen wir zum Sonnenaufgang auf. Unser Hostel bot eine Tour an, doch leider war Sybi zu spät dran und so verpassten wie sie knapp. Um trozdem den Sonnenaufgang genießen zu können, schlossen wir uns einer Gruppe an, die das selbe Ziel hatte. Maps Me führet uns aber leider auf Wegen,  die keine Wege waren, sondern über frisch bestellte Felder. Das fand ich so furchtbar, aber um umzukehren hätten wir auch wieder durch Felder gemusst. Ich war unglaublich sauer, weil es mir so leid tat über einen mühsam bestellen Acker zu fahren… Unser Aussichtspunkt war gut aber der Sonnenaufgang aufgrund von Wolken recht unspektakulär. 

Zurück im Hostel und schnell gefrühstückt begann auch schon die Free Tour. Unser Guide versorgte jeden mit einem e Bike (Elektronotorroller) und so fuhren wir in einer langen Schlange und mit Schneckentempo von Tempel zu Tempel. 

Bagan war 430 Jahre das Herscherzentrum des ersten Reiches, welches das heutige Birma umfasst und zwar vom 11.-14. Jahrhundert. Nach dem Religionswechsel vom Schlangenkult zum Buddhismus begann die generationsübergreifende Bauwut der Könige, die über 4000 Tempel errichten ließen. 

Leider sind die Bauwerke aus Ziegelsteinen und Gipsputz durch Plünderung und Erdbeben, wie 1975, stark zerstört worden, trotzdem ist die Stadt ein Wunder und man fühlt sich wie in einer anderen Welt. 

Die Tempel sind sehr abwechslungsreich, einige riesengroß andere eher wir kleine Gartenhütten aber irgendwie sind sie alle besonders. In jedem Tempel ist mindestens eine große goldene Buddhastatue, in manchen sogar ganz viele. Die Wände sind von mal mehr mal weniger gut erhaltenen aber in jedem Fall sehr kunstvollen Wandmalereien verziert und lassen einen nur erahnen, wie Bagan zu seiner Blütezeit gestrahlt haben muss.

In der Tour besuchten wir auch ein Dorf, sahen wie die traditionellen Stoffe gewebt werden, wie das Garn gesponnen wird und konnten ihre Zigarren probieren. Außerdem bemalten sie unser Gesicht mit der weißen Farbe und das war tatsächlich kühlend! 

Unser Guide hatte ein immenses wissen über die Könige und die Geschichten hinter den Tempeln.

Im einen Tempel zum Beispiel, lächelt Buddha vom ersten Gang aus, der für das normale Volk bestimmt war. Im inneren Gang, für Mönche und den König, hat man einen anderen Blickwinkel auf die Statue und so verändert sich Buddhas Gesichtsausdruck zu einer ernsten Miene, was zu Ehrfurcht vor dem einfachen Volk aufrufen sollte. 

Hier lächelt Buddha für das Volk.

Mache Geschichten sind auch sehr dubios, von einem machtsüchtigen, zweitgeborenen Sohn, der Vater und Bruder ermordete um den Crohn  zu besteigen und seine Frau in drei Stücke teilte, da sie ihm wiedersprach. Also wiedermal alles sehr interssant und viel Input. Da wir aber schon so lange unterwegs waren und durch unsere Gruppengröße auch nicht grade schnell unterwegs waren, kam uns die Tour ein wenig schleppend und lange vor.

Nach der Tour planten wir unsere restliche Reise, buchten Touren und schauten Busse nach. Das Planen ist schon immer ein wenig Zeitaufwenig aber eben noch viel mehr wenn man die Wünsche von zwei Personen auf einen Nenner bringen muss.

Am nächsten Tag erkundeten wir auf eigene Faust die Tempel. Insbesondere Lookouts waren in unserem Visier, denn Nichts ist schöner als über die flache Landschaft zu schauen und die vielen Tempel zu bewundern. 

Ein schöner Lookout war direkt am Fluss und so bestiegen wir die Pagode.

Sybi ist ein wenig weit hinauf geklettert, sodass ich ihr wieder hinunter helfen musste… Alleine sollte sie wirklich nicht aus dem Haus gelassen werden. 

Wir fuhren einige Tempel ab, aßen in einem der vegetarischen Restaurants zwischen den Tempeln und verglühten in der Hitze, trotz Sonnencreme aber man muss ja aus Respekt lange Kleider tragen.

Interessant ist auch, dass Bagans Bevölkerung, die die Steppe um die Tempel seit Jahrhunderten bewohnte und einige Tempel wohl auch als Ställe nutzen, umgesiedelt wurde, um das archäologische Zentrum für Touristen zu bereiten. Deshalb gibt es heute New Bagan und Old Bagan. Leider hatten die Menschen damals 2 Wochen um alles auf und ab zu bauen und der Staat ist nur für die Transportkosten aufgekommen. Außerdem ist es in New Bagan heißer da keine vor hundert Jahren gepflanzten Bäume Schatten spenden. Das alles erzählte uns unsere Kochlehrerin im Kochkurs in Bagan. Wir lernten den wunderbaren Tomatensalat, so wie viele andere Salate und beteiteten 3 verschiedene Currys zu.

Es war sehr lecker aber beim Rezepte aufschreiben merkten wir auch, das es eigentlich immer das Gleiche war und nur die Zutaten variieren. Von dem her war dies heut nicht die beste cooking class, die ich je hatte aber das Ambiente und die Menschen waren nett!

Am nächsten Tag gingen wir getrennte Wege. Manchmal brauche ich das einfach, meine Ruhe. Das hat sich aber auch vor allem während der Reise entwickelt. Bei den großen Wasserfälle in Argentinien habe ich es auch gebraucht in meinem Tempo unterwegs zu sein, auch mal Stunden an einem Ort zu verweilen und einfach nur genießen, von niemandem das Ohr vollgequaselt zu bekommen, keine Diskussionen zu haben und sich nach niemandem richten zu müssen. 

Ich hatte das so nötig gehabt und dieser Tag alleine war wunderschön und powervoll. Ich stand zum Sonnenaufgang, der mal wider bewölkt war, auf, fuhr noch vor dem Frühstück einige Tempel ab, ging zum Hostel frühstücken und besichtigte dann gefühlt jedem Tempel der Stadt!

Besonders gut gefielen mir die Tempel im Osten mit ihren wunderschönen Wandmalereien. Irgendwie war jeder Tempel besonders und es war immer wieder ein Abenteuer sie mit Maps Ne zu finden und teilweise im Licht der Taschenlampe zu erkunden.

Ich fand viele versteckte Tempel von denen man einen tollen Blick über die Umliegenden hatte und war oft ganz alleine. 

Manchmal war es ein bissen gruselig, sich durch die engen Gänge zu zwängen, während Fledermäuse und Ratten flüchteten aber die Ausblicke vom Dach entlohnten jeden Aufwand.

Bei diesen ganzen Tempeln war ich… Ziemlich abgegrast das ganze Areal aber ich würde und werde auf jeden Fall in einigen Jahren wiederkommen.

Auch heute noch, werden hier neue Tempel gebaut. Die Menschen glauben immer noch, dass sie schneller ins Nirvana kommen, wenn sie Tempel errichten. Somit wird Bagan wohl immer größter und schöner werden.

Doch, es gibt auch trauriges zu berichten. Man fragt sich schon, warum Bagan kein Weltkulturerbe ist. Die UNESCO sagt, dass die Restaurierungen die im 20.Jahrhundert begonnen haben, mehr zerstören als schützen. Viele Tempel wurden zwar auch gerade nach dem verheerenden Erdbeben 1975 wiederaufgebaut, aber häufig ohne die alten Pläne in Betracht zu ziehen. 

Anstatt die alten Schätze zu erhalten, werden sie schnell “auf Schlön“ übertüncht. Ich meine dieser weiße Tempel hat etwas, währe er aus Marmor… Aber so einfach übermalt und mit goldenen Kuppeln verziert, wirkt er wie ein Fremdköroer zwischen all den rostroten Backsteingebäuden.

Andere Geschichten berichten auch, dass die Regierung garnicht will, dass Bagan UNESCO Weltkulturerbe wird, da sie sonst veröffentlichen müssen wo die 25000 hinfließen, die jeder Tourist als Eintritt der Region zahlt.

Die Bevölkerung lebt fast ausschließlich vom Tourismus, nur wenige gehen den traditionellen Berufen wie Bauer und Fischer nach. Trotzdem sind sie ganz anders als die Souvenirverkäufer an anderen Touristmagneten in Asien.

Sonst ist es immer ein: “Ladyiiii, you want Pans?“ hier verstehen sie, dass man nicht immer alles kaufen kann und reden mit einem auch einfach nur aus Intresse. 

Oft bedanken sie sich auch, dass man ihr Land besucht, das finde ich süß!

Meinen Tag in Bagan habe ich auf einem zentral gelegenen Tempel mit super Ausblick genossen. Ich hatte noch eine gute Stunde, war müde vom Roller fahren auf holprigen Wegen und wollte einfach nur die Aussicht genießen und den Tag sowie Bagan als Ort ausklingen lassen. Der Ausblick war toll, ich ließ die Eindrücke des Tages auf mich wirken, bis “Au au“ kam. Er war den ganzen Tempel hinaufklettern um mich zu fragen, wie es mir ginge. Ich säße ja nur da und so wollte er sich erkunden ob alles in Ordnung sei. Klar, er hatte auch seine Sandgemälde dabei aber blieb trozdem bei mir als ich ihm klargemacht hatte, dass ich schon eines hätte und keines mehr kaufen würde. Er erzählte, er sein Anfang 40 und habe einen 8 Wochen allem Sohn. Wir unterhielten uns über Bagan, regten uns gemeinsam über das Luxushotel auf, dass das komplette Landschaftsbild zerstört, hatten so viel zum Lachen! Ich erzählte ihm, das die Birmesen es sich unbedingt erhalten sollen, so nett zu den Touristen zu sein. Wir machten aus, dass wir uns irgendwann in 10 Jahren wieder sehen, mal sehen ob ich ihn finde, wenn ich mal wieder nach Bagan komme.

Bagan hat mir sehr gut gefallen. Ich weiß garnicht, ob ich Angkor wat oder Bagan besser finde. Ich bin so froh, nach Myanmar gekommen zu sein, vor allem jetzt gerade, wo das Land nach der langen Zeit unter der Mikitärdiktatur gelitten hat und frisch aufblüht.

Die Tempel waren auf jeden Fall traumhaft schön und ich werde wiederkommen!


2 thoughts on “Tempel in Bagan

  1. ja, kenne ich gut , alleine genießen, ohne Diskussionen, einfach -tun und lassen- was man will – Ruhe und Frieden!!! 🙂 Hätte nicht gedacht, dass Birma so eine nettes schönes Land ist…..
    Du musst unbedingt ein Buch über deine Reise schreiben!!!

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