Inle Lake und Mandalay

Von Bagan aus gab es 2 Busse. Einen günstigen und einen teuren. Da uns beide als recht komfortabel verkauft wurden, entschieden wir uns für die preiswerte Version. Leider. Denn es war ein Minivan, dessen Sitze nicht immer mit Kopfstütze ausgestattet waren und der mit 3 Leuten zu viel gehüllt wurde. Ein Local fuhr sogar auf den Dach mit. Sybi und ich hatten da noch ganz gute Plätze aber direkt vor der Aircon, weswegen wir uns ein wenig erkälteten. 

Wir erreichen Kalaw um halb 3 nachts und konnten nicht, wie uns versprochen wurde, bei der Agency schlafen sondern mussten uns eine Unterkunft suchen. Diese war nicht die Schönste, aber die Pfannkuchen mit Erdnuss im Teig waren traumhaft.

Dann begann unsere Wanderung. Wir waren 7 junge Menschen, 5 deutsche Mädels, eine Spanierin und ein Pärchen aus Argentinien. Die Wanderung an sich, in Richtung Inle Lake war nett, aber eben nichts neues. Reisfelder, Dörfer, Gemüseanbau, Ochsenkarren. Trotzdem sind ein paar schöne Aufnahmen auf den Weg entstanden und die Gruppe war süß.

 

Nachts schliefen wir in einem Homestay, die Bevölkerung war wie immer super nett und verwöhnte uns mit einem riesen Tisch voller Essen. Abends machten Sybi und ich die anderen mit unseren Kartentricks verrückt, die wir in Laos gelernt hatten und lachten viel, bis wir schlafen gingen.

Am nächsten Tag erreichten wir den See und stiegen nach dem Mittagessen in ein Boot, dass uns einmal quer über den See fuhr.

Wir machten an einer Silbergieserei halt und beobachteten, wie Ringe und anderer Schmuck hergestellt wurde. Dann stoppten wir an einem weiteren Steg und konnten den Longnacks beim Stoffeweben zuschauen. Die Frauen tragen viele Ringe um den Hals, je mehr, desto schöner ist sie. Der Halsschmuck ist ziemlich schwer und sieht nicht gerade bequem aus. 

Hintergrund der Geschichte ist, dass Tieger im Wald immer in den Hals ihre Opfer beißen und das Metall somit vor Tiegern schützt. Auch wenn die Frauen nicht unbedingt glücklich aussahen, gehört dieses Volk und der Brauch auf jeden Fall zu Myanmars Kultur und ich fand es interessant, wenn auch ein wenig gruselig, die zu sehen. 

Die Bootsfahrt war wirklich schön! Wir fuhren durch Schilf, an kleinen Stälzenhäusern vorbei und konnten den berühmten Fischern zuschauen, die mit einem Bein auf dem Boot balancieren, während das andere Bein, das Ruder hält, wodurch sie die Hände zum Netz einholen frei haben. Erschöpft und schmutzig von der Wanderung erreichen wir unser Hostel und freuen uns über eine Dusche und den super leckeren Milk Tea, den sie hier überall trinken. 

Sybi wollte unbedingt einmal in ein asiatisches Krankenhaus. Da sich diese Gelegenheit (zum Glück) bisher nicht ergeben hatte, ging sie nun, komplett gesund. Sie wollte schauen, wie es dort so läuft, zuvor hatte sie im Hostel einem Backpacker mit dem Küchenmesser am Fuß herumgeschnitzt, ich wollte eigentlich zuschauen aber es wurde mir dann doch zu viel. Er war aber sehr dankbar gewesen, denn die Ärzte hatten seine Wunde nicht gereinigt gehabt.
Wie dem auch sei, Sybi ging ins Krankenhaus und ich gönnte mir, gemeinsam mit Julia, aus München, mit der wir bereits seit Bagan unterwegs waren, eine Massage. Das war auch die erste Massage die nicht weh tat, obwohl sie intensiv war, mein Rücken hat es sehr genossen. Ansonsten verbrachte ich einen faulen Tag bzw. ich regelte Papierkram und abends schauten wir den Film “The Lady“ über das Leben der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die in Myanmar insgesamt 15 Jahre (bis 2010) unter Hausarrest stand, weil sie sich für eine gewaltfreie Demokratie eingesetzt hatte. Auch heute ist “The Lady“ noch politisch aktiv und die Bevölkerung hat große Hoffnungen in sie. Leider kann sie nicht Präsidentin werden, da die Militärdiktatur ein Gesetz verabschied hat, welches  verbietet, das Präsidenten oder Präsidentinnen mit einem Ausländer verheiratet sind/waren. Tragische und interessante Lebensgeschichte. 

Am nächsten Tag nahmen wie Fahrräder und erkundeten die Gegend um den See. Der erste Stopp war eine Winzerei bei der wir eine Weinprobe machten. 

Es war lustig, über die Weine zu lesen und dann nach der Litschinote im Wein zu schmecken- was in diesem Fall tatsächlich funktionierte und lecker war. Dann aßen wir in der Bambu Hut, einem Restaurant mit Blick auf ein großes Drachenfruchtfeld und dem See. Frisch gestärkt fuhren wir dem Gewitter entgegen. Es war wirklich Weltuntergangsstimmung aber irgendwie blieben wir vor dem großen Regen verschont und konnten die Tekaholzbrücke besichtigen, welche das Festland mit den inmitten von Seelilien und schwimmenden Tomatenfeldern liegenden Stelzenhäusern verbindet. 

Abends gingen wir noch in ein indisches Restaurant bevor wie den Bus nach Mandalay nahmen.

Wir erreichten Mamdalay am frühen Morgen und konnten freundlicherweise schon diesen morgen im Hotel frühstücken. Ja, Hotel, denn es kostete nur 15$ für 2 Personen um ins Diamonds In zu gehen mit Frühstücksbuffet, privaten Bad, Zimmer… Da kommt dann doch kein Backpacker Hostel mehr mit und man kann sich ja schon mal gönnen. Gerädert von der Fahrt schliefen wir bis 1 Uhr in unserem bequemen Bett, bevor wir einen berühmten goldenen Buddha besichtigten. Dann hatten wir eine sehr nette Begegnung not diem Taxifahrer. Es besaß eine Kreuzung aus Motorrad und Rikscha und so fuhr er uns beide für den Nachmittag durch die Stadt. 

Am Motorrad war ein kleiner Beiwagen montiert auf dem zwei Fahrgäste mit dem Rücken zueinander Platz nehmen können. So hatte man während der Fahrt eine ganz andere Perspektive, da man auch rückwärts fuhr. Ich begann allen Motorradfahrern zu winken und war wieder mal erstaunt, wie glücklich diese kleine Gesetze sie doch machte. Sie begannen sofort alle über das ganze Gesicht zu strahlen, wie Kinder und fröhlich zurück zu winken. Unser Fahrer fuhr uns zur Post und dann zu einem wunderschönen Tekaholzkloster, das aber schon geschlossen hatte. Von außen konnten wir jedoch die kunstvollen Holzschnitzereien bewundern. Außerdem besichtigten wir das größte Buch der Welt, die auf Steinen geschriebenen seien stehen in je einem dieser Tempelchen.

Da sein Motorrad mit dem Beiwagen nicht genügend Dampf hatte mussten wir auf ein anderes Motorrad umsteigen um auf den Mandalay Hill zum Sonnenuntergang zu kommen. Der Blick über die Stadt war schön und nur so bekam man die Ausmaße des Royal Palace mit. 

Für den nächsten Tag hatten wir mit zwei Mädels aus dem Hotel eine Taxitour für die umliegenden Atraktionen Mandalays gebucht.

Wir starteten mit dem Tempel, bei dem wir an Tag zuvor schon gewesen waren und Sybi kaufte ein schönes Holzcarving für ihren Freund. Dann besuchten wir den Ort, an dem diese tatsächlich hergestellt werden und konnten Männern bei ihren Holzarbeiten zusehen. 

Außerdem konnten wir zuschauen, wie Frauen von Hand Pailletten auf Stoff zu kunstvollen Blumenmusteen und Farbelwesen stickten, eine unglaubliche Handarbeit. 

Besonders beeindruckend fand ich Jedoch die Weberei danach. Von Hand wurden gemusterte Stoffe gewebt. Die Frauen saßen vor 40 verschiedenfarbigen Schiffchen und wechselten nach einem komplizierten Plan die Farben ab.

Der hier webte an einem halb automatischen Webstuhl.

 Im dazugehörigen Laden konnte ich dann einfach nicht widerstehen und musste erobern schönen Schal kaufen… Später habe ich auf dem Markt einen günstigen gekauft in sie zu vergleichen und muss sagen man merkt den Qualitätsunterschied. 

Und weiter ging es. Mönche sind ja in ganz Südostasien verbreitet und stellen für viele Kinder armer Familien die Bildungsmöglichkeit dar, denn die Kinder bekommen Essen, Unterkunft und Bindung umsonst. Morgens laufen die Mönche dazu mit großen Schlüsseln durch die Straßen und sammeln Reis und Gemüse von der Bevölkerung. Deshalb sieht man in diesen Ländern praktisch keine Bettler und Arme auf der Straße lungern. Auch die Kriminalität ist gering, denn benachteiligte Kinder rutschen in die Mönch- und nicht die Kriminalitätsschiene. Unser nächster Stopp war ein riesengroßes Kloster namens “Mahagandaryon“ in Amarapura, mit 1500 Mönchen. Damit diese nicht alle durch die Straßen laufen müssen um Essen zu bekommen, richtet die Bevölkerung es auf Tischen um 10:15 Uhr hin und zahllose Touristen fotografieren die Weinrot gekleideten Männer, wie sie mit gesenkten Köpfen in Reihen zu ihren Mahlzeiten wandern. 

Fast wie beim Karneval, mit all den Schaulustigen!

Dann fuhren wir zu einer netten Brücke, und den Sagaing Berg hinauf auf dem wir zwei Tempel, den “U Min Thonze“ und die “Soon U Ponya Shin Pagoda“ in Sagaing besichtigten. 

Schöne Aussicht vom Berg hinab. 

Berühmte Buddhas im U Min thonze
 Tempel.

Soon U Ponya Shin Pagoda

Am Flussufer aßen wir ein sehr fettiges Mittagessen, denn trotz des Indisch Einflusses, ist die Küche Myanmars sehr Fettlastig. Mein Fried Rice schwamm in Fett und auch die Currys der anderen waren ein Ölbad. 

Wir besuchten auch eine Mönchs- bzw. NOBIS Schule, so heißen die nicht unter 18.

Mit dem Boot fuhren wir auf die andere Seite des Flusses nach Innwa. Dort wurden meine Transportmittel der Reise um ein neues erweitert, die Pferdekutsche. Es war unglaublich heiß und eogentlich wollten wir laufen und die Kutschenfahrer abwimmeln, indem wir sagten, wir würden nur 5000 anstatt 10000 bezahlen aber dann sagte einer Ok und so fuhren wir doch mit. Es währe auch zu weit und zu warm gewesen. 

Wir stoppten zwei mal an malerischen Tempelnn aus der Baganzeit, die toll erhalten und wunderschön nicht gepflegt wurden.

Tolle sich selbst überlassene Tempel 

Außerdem hielten wir an der “Bar Ga Yar Monestery“ um die Tekaholzarbeiten zu bewundern. Unser armes Pferdlein zog uns durch sehr matschige Straßen und bekam die ganze Zeit nichts zu trinken, das arme. Besonders gut geviel uns auch das “Maharaungmayay Bonsan“ Kloster und der “Nan Myint Tower“. 

Kunstvoller Stuck noch gut erhalten!
Tekaholzkloster 
Kunstvoller Holzarbeiten…

Den Abschuss dieses ereignisreichen Tages bildete die 1,5 km lange Tekaholzbrücke, DIE Sehenswürdigkeit von Mandalay. Endlich war auch mal das Wetter so gewesen, das es Robben schönen Sonnenuntergang gab und so konnten wir unseren letzten Abend in Myanmar richtig genießen.

Wanderten bis die Sonne verschwindet 

Am nächsten Morgen frühstückten wir um 7 und gingen dann in den Royal palast, den dazu hatte es uns die Tage zuvor nicht gereicht gehabt. Der Palast war ganz nett, meiner Meinung nach kein Must Do aber trozdem fühlten wie uns wie Könoge dort. Da zu so früher Stunde keine weiteren Westler im Palast waren, stürzten sich alle Busmesen auf uns und wollten mit uns Fotos schießen. 

Um 10 fuhren wir in Richtung Flughafen los und flogen nach Bangkok.


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